Zutaten einer erfolgreichen Prüfungvorbereitung
Zutaten einer erfolgreichen Prüfungsvorbereitung: Kompetenz, Leichtigkeit und Motivation
Workshop für die Einführungsphase mit Dr. Timo Nolle
Wie lerne ich effektiv? Was kann ich bei Zweifeln und Ängsten tun? Wie bleibe ich motiviert? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler beim Workshop „Prüfungsglück ist kein Zufall – gut vorbereitet und gelassen zum Erfolg“ am Montag, den 19. Oktober 2026, in der Aula der Rabanus-Maurus-Schule.
Geleitet wurde die zweieinhalbstündige Veranstaltung von Dr. Timo Nolle, Erziehungswissenschaftler, systemischer Therapeut und Prüfungscoach. Neben den Klassen E1F, E1G2 und E1L der Wigbertschule nahmen auch Schülerinnen und Schüler der drei Fuldaer staatlichen Gymnasien (Rabanus-Maurus-Schule, Freiherr-vom-Stein-Schule und Winfriedschule) teil. Damit bot der Workshop auch Gelegenheit zum schulübergreifenden Austausch. Die Veranstaltung wurde vom Staatlichen Schulamt Fulda im Rahmen der Begabungsförderung unter der Leitung von Anna Bott organisiert und durchgeführt.
Dr. Timo Nolle nahm die Teilnehmenden mit auf eine anschauliche Reise in die Welt des Gehirns. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche Prüfungsvorbereitung weit mehr bedeutet als kurzfristiges Pauken am Vorabend. Entscheidend seien ein echtes Verständnis der Inhalte, sinnvolle Lernstrategien und die Fähigkeit, das eigene Wissen realistisch einzuschätzen. Nolle warnte in diesem Zusammenhang vor Selbstbetrug und bloßer Kompetenzsimulation: Nur weil sich ein Stoff beim Lesen vertraut anfühlt, bedeutet das noch lange nicht, dass man ihn auch selbstständig erklären und anwenden kann.
Dass Lernen alles andere als eintönig sein muss, zeigten die zahlreichen praktischen Übungen. Zu Beginn erprobten die Teilnehmenden eine Atemübung, bei der der Zusammenhang zwischen Atmung und Herzfrequenz erfahrbar wurde. Die Übung verdeutlichte, wie bewusstes Atmen dabei helfen kann, zur Ruhe zu kommen und Anspannung zu reduzieren.
Bewegung kam bei der Arbeit mit der sogenannten mentalen Landkarte ins Spiel. Dazu notierten die Schülerinnen und Schüler fünf zentrale Begriffe zu einem Thema auf Karten und legten diese auf dem Boden aus. Anschließend erläuterten sie die Begriffe kurz und stellten mit ihren Bewegungen die Zusammenhänge zwischen ihnen dar. Vor allem aber wurde deutlich, wie wichtig es ist, Wissen nicht isoliert abzuspeichern, sondern miteinander zu verknüpfen.
Danach hieß es für alle: „Handys raus!“ Aus ihren fünf Begriffen sollten die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Erklär-Podcast aufnehmen. Beim Formulieren und Aufzeichnen mussten sie ihr Wissen aktiv abrufen, verständlich strukturieren und in eigenen Worten wiedergeben. Dabei wurden nicht nur vorhandene Kompetenzen bewusster, sondern auch mögliche Wissenslücken und Unsicherheiten sichtbar. Eine Erfahrung, die zeigte: Wer etwas erklären kann, hat es tatsächlich verstanden.
Auch aktuelle Möglichkeiten des Lernens mit künstlicher Intelligenz wurden thematisiert. Darüber hinaus erläuterte Nolle die Vorteile des Intervalllernens, bei dem Lerninhalte in zeitlichen Abständen wiederholt werden, statt sie in einer einzigen langen Lerneinheit zu pauken. Anschauliche Beispiele zeigten zudem, wie sich Lernen mit bestehenden Alltagsroutinen verbinden lässt. So kann regelmäßiges Lernen Schritt für Schritt zu einer selbstverständlichen Gewohnheit werden.
Für die Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase war die Veranstaltung eine motivierende Einladung, die eigenen Lerngewohnheiten zu hinterfragen und neue Strategien auszuprobieren. Denn Prüfungsglück ist tatsächlich kein Zufall: Es ist das Ergebnis aus Kompetenz, Leichtigkeit und Motivation.