Hermine van Ophuysen verlässt die Wigbertschule
Au revoir, Madame van Ophuysen!
Langjährige Lehrerin an der Wigbertschule wurde in den Ruhestand verabschiedet!
Am Ende des ersten Schulhalbjahres versammelten sich das Lehrerkollegium und ehemalige Lehrkräfte der Wigbertschule im Musikraum 137, um Hermine van Ophuysen, Lehrerin für Französisch und Politik und Wirtschaft, in den Ruhestand zu verabschieden.
Da die Schulleiterin Sandra Möllers aus familiären Gründen abwesend war, übergab Studiendirektor Matthias Leibold, stellvertretender Schulleiter, die Urkunde des Staatlichen Schulamtes zur Versetzung in den Ruhestand. Außerdem trug er die Würdigungsrede der Schulleiterin vor. In ihrer Rede charakterisierte die Schulleiterin die Oberstudienrätin Hermine van Ophyusen als typisches Nordlicht: „Klare Worte, kurze Sätze, ehrliche Aussagen“. Mit diesen Attributen habe sich die zu Verabschiedende bei den Schülerinnen und Schülern Respekt verschafft und sei Ratgeberin für viele Kolleginnen und Kollegen gewesen. Die Liebe zur französischen Sprache, die Ermutigung zum Engagement in Staat und Gesellschaft und die Sorge um die Kinder und Jugendlichen seien ihre zentralen Grundprinzipien als Lehrerin gewesen.
Hermine van Ophuysen wurde im niedersächsischen Landkreis Grafschaft Bentheim geboren und legte dort im Jahr 1981 ihr Abitur ab. Nach einem Auslandsaufenthalt in Nizza studierte sie Französisch und Politik für das Gymnasiallehramt an der Universität Osnabrück. Während ihres Studiums verbrachte sie eineinhalb Jahre in Paris als Assistante d’Allemand. Zeitgleich studierte sie an der Sorbonne, bevor sie ihr erstes Staatsexamen in Osnabrück ablegte.
In Wilhelmshaven, wo sie ihr Referendariat absolvierte, legte sie dann ihr zweites Staatsexamen im Jahr 1989 ab. Anschließend war sie zunächst wieder in Paris, dann in Wuppertal als Lehrerin tätig.
Im Jahr 1991 erhielt sie eine Stelle als Studienrätin an der Wigbertschule in Hünfeld, wo sie später zur Oberstudienrätin befördert wurde.
Ihr Aufgabenspektrum war vielfältig. Bis zuletzt war sie für das Betriebspraktikum verantwortlich und half dabei unzähligen Neuntklässlerinnen und -klässlern erste Einblicke in die Arbeitswelt zu gewinnen. In der Oberstufe führte sie Berufsberatungsgespräche durch und gab dadurch Orientierung, noch bevor diese Aufgabe von der Agentur für Arbeit übernommen wurde.
Viele Jahre war sie Fachsprecherin für das Fach Französisch und informierte die Schülerinnen und Schüler vor Beginn der 7. und 9. Klasse über die zweite bzw. dritte Fremdsprache. In der Oberstufe leitete sie regelmäßig Leistungskurse in den Fächern Französisch und Politik und Wirtschaft und führte ihre Schüler und Schülerinnen zum Abitur. Sie leitete ebenfalls Kurse für die Erlangung des DELF-Zertifikates: ein Zertifikat, das französische Sprachkenntnisse bescheinigt. In den 90er Jahren unterrichtete sie entsprechend der damaligen Stundentafel das Unterrichtsfach Arbeitslehre fachfremd. Für Studienreferendarinnen und -referendare war sie oft Mentorin und leitete in den 90er Jahren den Austausch mit der Partnerschule in Landerneau. Weiterhin übernahm sie Abordnungen an die Konrad-Zuse-Schule und die Jahnschule.
Als überschulische Aufgabe übernahm sie 2001 das Amt der Verbindungslehrerin beim Kreisschülerrat (KSR). In diesem Amt wurde sie bereits vor den Weihnachtsferien nach fast 25 Jahren vom Kreisschülerrat verabschiedet. Frau van Ophuysen leitete von 1991-1995 die Präsenzbibliothek und baute von 2004-2009 die Mediothek auf. Sie koordinierte Cinéfête-Veranstaltungen und war die treibende Kraft hinter dem ersten Nichtraucherwettbewerb an unserer Schule. Darüber hinaus engagierte sie sich in zahlreichen Projekten wie z.B. dem Projekt „Tango“ und dem französischen Theater sowie in diversen Demokratieprojekten. Sie förderte den bilingualen Unterricht (PoWi in französischer Sprache im Jahrgang 11) maßgeblich und war Mitglied in der Schulprogrammgruppe bis 2007.
„Wer sie kannte, wusste, dass sie die übernommenen Aufgaben gewissenhaft und für alle Beteiligten gut ausführte,“ so Matthias Leibold.
Sie unterstützte ihre Schüler und Schülerinnen stets darin, ihre Meinung zu äußern, sich zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und sich gegen Hass, Ausgrenzung und Polarisierung einzusetzen. Für sie war es ein pädagischer Grundwert, demokratische Verantwortung zu übernehmen und zu leben.
Neben der Würdigung durch die Schulleitung und durch Katrin Hellmann, Vorsitzende des Schulpersonalrates, beeindruckten insbesondere die Reden von Tolga Güngör und Sofia Koch von der SV sowie von Loana Trabert und Tooba Khalid, Schülerinnen der Jahrgangsstufe 8. Die Schüler hielten ihre Reden teilweise in französischer Sprache.
Allen Wortbeiträgen gemein war die große Wertschätzung für eine Lehrerin, die ihren Schülerinnen und Schülern nicht nur Grammatik und Vokabeln, sondern auch Rüstzeug für das Leben vermittelte.
Für die Fachschaften Französisch und Politik und Wirtschaft brachten deren Fachsprecherinnen Anna Schrimpf und Sarah Anders die Dankbarkeit der Fachschaftsmitglieder zum Ausdruck. Hermine van Ophuysen sei eine sehr gute Ratgeberin und ein Vorbild als erfahrene Lehrerin innerhalb der Fachschaften gewesen. Dass sie ihren Platz in der hinteren Ecke des Lehrerzimmers nun nicht mehr besetzen werde, sei für die Kolleginnen und Kollegen ein großer Verlust.
Ein extra für diesen Anlass zusammengestellter Chor drückte mit dem Lied „Les Champs-Elysées“ (à la Hermine) den Dank des Kollegiums aus. Die Feier wurde von Thomas Nüdling am Klavier und Pia-Maria Sauer am Saxophon und als Sängerin des Liedes „Für dich soll’s rote Rosen regnen“ einfühlsam umrahmt.
Christoph Heigel