Gottesdienst zu Beginn der Fastenzeit

Fastengottesdienst der Wigbertschule: Was macht Menschen schön?

Einen Tag nach Aschermittwoch haben Schülerinnen und Schüler der Wigbertschule die Klosterkirche in Hünfeld gefüllt, um gemeinsam in einem feierlichen Gottesdienst die Fastenzeit zu beginnen.

Viele von ihnen brachten sich aktiv in die Gestaltung der Liturgie ein – als Ministrantinnen und Ministranten, als Lektorinnen und Lektoren sowie bei der Austeilung des Aschekreuzes. Besonders die älteren Mitglieder der Ministrantengruppe aus der Jahrgangsstufe 10 übernahmen Verantwortung und bereiteten zentrale Elemente des Gottesdienstes eigenständig vor.

Tiefen Eindruck hinterließ die Predigt von Pfarrer Sebastian Bieber, einem ehemaligen Schüler der Wigbertschule. Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand die Frage: Was macht Menschen schön? Ist es der „Alpha-Körper“, den du mit viel Anstrengung über Jahre modellierst? Pfarrer Bieber machte deutlich, dass eine solche, auf äußere Wirkung zielende Schönheit leicht zur Fassade werden kann – abhängig vom Urteil anderer und damit auch vergänglich. „Wirklich schön ist jemand, der selbst gar nicht merkt, dass er schön ist“, betonte er in diesem Zusammenhang.

Dem stellte er eine andere Perspektive gegenüber: Jeder Mensch ist von Gott her und von Natur aus schön. Gott interessiere sich nicht für äußere Inszenierungen – auch nicht für eine „Fastenzeit-Performance“ –, sondern für das Herz und die Seele. Er sehe die verborgene Schönheit eines Menschen, selbst dort, wo dieser selbst nicht an sie glauben könne.

In diesem Sinn beschrieb die Predigt die Fastenzeit als einen Weg der inneren Verwandlung: nicht als Selbstoptimierungsprogramm, sondern als Zeit, in der Raum entsteht für das Wesentliche. Aus der Asche wachse neues Leben – nicht die Asche sei das Ziel, sondern Ostern und die Auferstehung. So erinnere auch das Evangelium des Gottesdienstes daran, Gutes zu tun, zu beten und zu fasten, ohne daraus eine Show zu machen. Entscheidend sei die Liebe zu Gott – und die Erfahrung, sich selbst neu zu entdecken: so schön, wie man in Gottes Augen längst ist.

Der Gottesdienst endete mit der Austeilung des Aschekreuzes.

Die Bilder sind von Manuel Weinen. 

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