Gottesdienst mit Totengedenken zum Schuljubiläum
Erinnern, hoffen, weiterleben
Die Wigbertschule gedenkt ihrer Verstorbenen in einer besonderen Wigbertmesse zu Allerseelen
Am Montag, 2. November 2026, in der ersten und zweiten Unterrichtsstunde fand in der Hünfelder Klosterkirche ein feierlicher Schulgottesdienst der Wigbertschule als 125-jährige Schulgemeinschaft statt. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler wirkten darin als Lektorinnen und Lektoren und Ministrantinnen und Ministranten aus der Unter-, Mittel und Oberstufe mit. In der vollbesetzten Kirche standen dem Gottesdienst als Liturgen Pfarrer Sebastian Bieber und Kaplan Andreas Szumski vor.
In seiner Predigt ging Pfarrer Bieber der Frage nach, ob es etwas Wichtigeres als das Leben gebe. Dazu führte er aus: Leben wird erst dort wirklich wichtig, wo es mehr als „Dasein“ ist. Wo ein Mensch sein Leben darauf ausrichtet, der zu sein, der er in Gottes Augen sein kann – ohne Weltflucht, ohne Kopie eines anderen. Langweilige und sinnlose Lebenswege können dadurch zu echtem Leben werden. Das könne man als „Heiligkeit“ beschreiben. Der Prediger schlug schließlich eine Brücke zum Totengedenken. Jedes Leben habe den Tod als Begleiter. Dadurch erhalte das Leben seine Einmaligkeit und Tiefe. So könne der Tod zur Hebamme für das Ewige Leben werden, wo die Menschen die Hoffnung auf die geöffneten Arme Christi haben dürfen. Christus erwarte uns auf der anderen Seite, weil er ohne uns nicht gänzlich glücklich sei.
Ein besonders beeindruckender Teil des Gottesdienstes war das Gedenken an die verstorbenen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der Wigbertschule der vergangenen 25 Jahre. Die nachdenkliche Stimmung der Teilnehmenden wurde spürbar, als die Schulsprecherin Paula Raschka gemeinsam mit ihrem Mitschüler Konrad Reifert die Namen der Verstorbenen begleitet von würdiger Orgelmusik vortrugen. Die beiden Ministrantinnen Valentina und Katharina Wingenfeld stellten dabei bei jedem vorgelesenen Namen eine Kerze auf den Altar. Symbolisch waren auf diese Weise die Verstorbenen als Teil der Schulgemeinschaft anwesend.
Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Komm Herr segne uns“ und einem feierlichen Auszug der Liturgen endete die sehr beeindruckende eucharistische Liturgie. Was blieb, war die Erfahrung eines besonderen gemeinsamen Moments: ein Gottesdienst, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verband, Raum für Trauer und persönliche Erinnerung schuf und zugleich die Hoffnung auf das Leben stark machte.
Gerd Kreß und Silke Heil