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Wigbert – Gefährte des heiligen Bonifatius und Lehrer in Hessen

Als eine der bedeutendsten Gründungen betrachtete Bonifatius Fritzlar. Um 670 geboren rief Bonifatius Wigbert aus dem Kloster Glastonbury um 720 Wigbert nach Hessen und Thüringen, um ihn bei der Missionierung zu unterstützen. Trotz seines Alters, Wigbert war etwa 50 Jahre alt, trat er die damals weite und beschwerliche Reise an.
An Wigbert wurde um 724 die große Aufgabe herangetragen, die Leitung des Klosters in Fritzlar zu übernehmen, vor allem aber dort eine Schule zu gründen. So wurde Wigbert der Gründer der ersten hessischen Klosterschule und wurde Lehrer z. B. von Sturmius und Lullus. Er stellte sich seiner neuen Aufgabe entschlossen und mit ganzer Kraft. Abt eines an der Grenze zu den Sachsen gelegenen und deswegen stets gefährdeten Klosters zu sein, war eine besondere Herausforderung, die durchaus mit Gefahr für Leib und Leben verbunden war. Dazu noch Lehrer zu sein, im Zeitalter der „Karolingischen Renaissance“ war zudem verknüpft mit hohen Erwartungen an ihn, aber auch an die von ihm geleitete Schule. Wigbert machte sich aber darüber hinaus auch einen Namen als Glaubensverkünder und Erbauer der Basilika in Fritzlar. Seiner Persönlichkeit verdankte Fritzlar die Erhebung zur Stadt und vielfältige Verbindungen zu berühmten Klöstern, den damaligen kulturellen Zentren der durch die Begegnung mit der Antike aufblühenden Geisteswissenschaften.
Zeitzeugen beschreiben Wigbert als einen Lehrer, dessen Wissen ebenso wie seine Mitmenschlichkeit überragend waren. Seine Bescheidenheit und Nächstenliebe beeindruckten viele.

Wigbert in Ohrdruf
Bonifatius war es, der Wigbert um 730 bat, in Ohrdruf eine gleiche Pioniertat zu vollbringen. Wiederum galt es für den vielseitig erfolgreichen Mönch und Mann der Schule völlig neu anzufangen. Fritzlar, das ihm zur zweiten Heimat geworden war, sollte er nun wieder verlassen. Obwohl ihm die Trennung von Fritzlar schwerfiel, nahm er diese Aufgabe an und wurde Leiter des Klosters Ohrdruf. Auch in Ohrdruf beeindruckte er durch Bescheidenheit und Übereinstimmung von persönlicher Lebensführung und öffentlich vertretenen Grundsätzen. Mit seinem unermüdlichen Eifer wurde schon in kurzer Zeit auch das Kloster Ohrdruf eine vorbildliche Stätte der Pflege von Nächstenliebe und Bildung. Aber inzwischen hatte Wigbert seine Kräfte aufgerieben. Er bat Bonifatius im Jahr 732, in sein geliebtes und unvergessenes Fritzlar zurückkehren zu dürfen. Er verstarb dort wohl um das Jahr 736.

Legenden und Wunder
Zahlreiche Legenden ranken sich um die Person Wigbert. Schon um 935 verfasste ein unbekannter Hersfelder Mönch die „Miraculi sancti Wigberti“. Seine Abbildung mit Kelch und Traube erinnert an das „Traubenwunder“. Eines Tages, so heißt es, suchte er in der Sakristei vergeblich Messwein. Kurz entschlossen pflückte er vor der Kirche tief herabhängende Weintrauben und presste sie mit bloßen Händen über seinem Messkelch aus. Der Saft wurde zu Wein. Eine übrig gebliebene Beere jedoch pflanzte er vor der Kirche in den Erdboden. Nach der Messe antwortete er auf die Frage eines ängstlichen Mönches nach der Gültigkeit seines Weines seelenruhig: „Wenn mein Tun Gott angenehm ist, so wird er es hier innerhalb von neun Jahren zeigen.“ Tatsächlich wuchs an dieser Stelle ein großer Weinstock. Wigbert erscheint in dieser Legende als unkonventioneller und pragmatischer Mensch, der sich situationsgerecht verhält. Sein Gewissen wusste Wigbert stets im Einklang mit Gott. Weitere Attribute Wigberts sind eine Axt als Anspielung auf seine bedeutende „Entwicklungshilfe“ bei der Kultivierung des rauen Buchenlandes, ein Fisch, den ihm ein Vogel vom Himmel herab schenkte und der somit ein Hinweis auf das Geschenk des Evangeliums (Fischsymbol für Christus) sein soll, das ihm nach eigener Bekundung „Richtschnur der ganzen Lebensführung“ war. Gelegentlich sieht man Kirchenmodelle in seinen Händen als Verweis auf seine Tätigkeit Baumeister von Kirchen und Kapellen. Auch nach seinem Tod sollen erstaunliche Wunder geschehen sein. Eine Taube soll dreimal sein Grab überflogen haben, ein Hinweis darauf, dass sein ganzes Wirken als vom Geist Gottes erfüllt angesehen wurde. Daher wird er oft auch mit einer Taube, dem Symbol des Heiligen Geistes, abgebildet.

Adresse

Wigbertschule

Jahnstraße 9
36088 Hünfeld
 
Telefon  (06652) 2033
Telefax  (06652) 917243

 

 

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