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Hünfelder Gymnasium musiziert in der Vorweihnachtszeit

Adventskonzert der Wigbertschule in der Pfarrkirche St. Ulrich


Als etwa 100 Schülerinnen und Schüler mit Kerzen in den Händen summend in die dunkle Pfarrkirche St. Ulrich in Hünfeld einziehen, läuft vielen schon ein Schauer über den Rücken. So jedenfalls haben es zahlreiche Besucherinnen und Besucher des Weihnachtskonzertes in der überfüllten Kirche im Anschluss zugegeben, nachdem am Montag vor den Weihnachtsferien Streicher, Bläser und Sänger zeigten, was sie in den Wochen davor in vielen Proben einstudiert hatten.

Nach der Begrüßung durch Schulleiter Markus Bente eröffnete das Blasorchester Bl-O-W unter der musikalisch eindrucksvollen Leitung von Martin Genßler festlich den Abend mit Jeremiah Clarkes Marsch „Royal Duke“. Zwei Trompeter des Blasorchesters brillierten sodann als Solisten mit dem Blasorchster konzertierend mit Vivaldis Allegro: Daniél Müller und Philipp Flügel, die beide als Abiturienten im kommenden Jahr das Blasorchester verlassen werden. Im weiteren Verlauf des Konzertes stellte Bl-O-W „A Wexford Reverie“ des US-Komponisten James Curnow vor. Dies ist eine Ode an die irische Stadt Wexford und das dort jährlich stattfindende Opernfestival. Auf eine heitere Schlittenfahrt wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer dann mit einer Fantasie über „Jingle Bells“ von James Swearingen durch das Blasorchester mitgenommen. Mit einer großen Bandbreite an Klangfarben vermochte das Blasorchester verschiedene musikalische Vorstellungen der Schlittenfahrt darzustellen.

Dass selbstverständlich auch die jüngsten Schülerinnen und Schüler der Wigbertschule etwas zum Adventskonzert beitragen konnten, zeigte sich beim Auftritt aller fünften Klassen, die unter Leitung von Pia-Maria Sauer und Martin Genßler „Stille Nacht“ und „Jingle Bells“ in unnachahmlich authentischer Weise zu Gehör brachten. Sie wurden begleitet von der Bläserklasse der Jahrgangsstufe 5, die erst seit wenigen Monaten überhaupt ihre Instrumente lernen. Auch die Mädchen und Jungen der Bläserklasse der Jahrgangsstufe 6 stellten sich mit „White Christmas" von Irving Berlin als souveräne Blasmusiker vor. Weitere bekannte Weihnachtslieder spielten die Jungen Streicher des Kammerorchesters unter Leitung von Katharina Antonovska, die in einigen Familien sicherlich auch am Heiligen Abend zu hören sein werden.

Eine Sammlung von Weihnachtslied „Christmas Lullaby“ wiederum von James Curnow gab das Vororchester „Junior Bl-O-W“ unter der Leitung von Martin Genßler mit den jüngeren Bläsern auf rhythmisch spannende Weise zum Besten.

Während in den meisten Ensembles der Wigbertschule größtenteils Schülerinnen und Schüler musizieren, gibt es auch für sangesfreudige Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit gemeinsam zu musizieren: Unter Leitung von Pia-Maria Sauer hatten 15 Sängerinnen und Sänger des Lehrerprojektchores mehrere Stücke einstudiert: „Heilige Nacht“ von Johann Friedrich Reichardt, „Joy to the World“ von Georg Friedrich Händel und das etwas jazzigere „Winter-Wonderland" von John Hondorp beeindruckten durch einen homogenen Klang und präsente Stimmen.

Zahlenmäßig die größte Gruppe dieses Konzertes war der Schulchor „WiVox“ unter der Leitung von Thomas Nüdling. Nach dem stimmungsvollen Einzug der etwa 100 Sängerinnen und Sänger aus allen Jahrgangsstufen stand der adventliche Gospel „Open up Wide“ auf dem Programm. Weil der Schulchor immer mehr Zulauf erhält, wurde in diesem Jahr der Chor in einen B-Chor für die Jahrgangsstufen 5 bis 7 und einen A-Chor für die älteren Sängerinnen und Sänger mit Männerstimmen geteilt. Die jüngeren Sängerinnen und Sänger stellten in einem eindrucksvollen Lied die Geschichte Marias, der Mutter Jesu, vor: „Und so grüßte der Himmel die Erde“ des Frankfurter Liedermachers Eugen Eckert.

Der Höhepunkt des Abends war das Weihnachtsoratorium von Thomas Nüdling. In diesem wird die Geschichte des Evangelisten Lukas von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem durch einem Bariton-Solisten erzählt: Georg Rupprecht, Bundessieger im Wettbewerb „Jugend musiziert“ und Schüler des Abiturjahrgangs 2019, stellte in Rezitativen und Arien sein gewaltiges Stimmvermögen unter Beweis. Besonders beeindruckte er in frei improvisierten Schlusskadenzen. Als Erzähler rahmte er den Schulchor „WiVox“ ein, der bekannte Choräle, wie „Zu Bethlehem geboren“, „Ich steh an deiner Krippe hier“ und „Es kommt ein Schiff geladen“, aber auch von Nüdling selbst arrangierte Sätze dynamisch differenziert und rhythmisch präzise vorstellte. Eine besondere Erwähnung verdient Laura Blach in der Rolle des Engels mit ihrer klaren und ausdrucksvollen Sopranenstimme. Einen weiteren Part übernahm das „Kammerorchester Hünfeld und Wigbertschule“ in der einleitenden Pastorale und als Begleitung für die Vokalstücke. Der vorwiegend aus Streichern bestehende Hünfelder Klangkörper stellte gewohnt souverän ein Fundament, auf dem Chor und Solisten aufbauen konnten. Ergänzt wurde das Kammerorchester sowohl durch Regionalkantor Ulrich Moormann an der Orgel, als auch Daniél Müller und Philipp Flügel an den Trompeten. Besonders hervorgehoben werden muss die Arie „Siehe, ich mache alles neu“, in der die Melodie des Tenorsolisten mit einer Choralmelodie „Gelobet seist du, Jesus Christ“ der Sopran- und Altstimmen kombiniert wird. An diesem eindrucksvollen Gesamtarrangement zeigt sich, dass weihnachtliche Musik auch heute frisch und jugendgemäß sein kann.

Der Abend klang aus mit „Macht hoch die Tür“, gemeinsam von Streichern, Bläsern, Sängern und allen Anwesenden musiziert. Mit einem äußerst beeindruckenden Adventskonzert, an dem mehr als 200 Musikerinnen und Musiker mitwirkten, wurden die Gäste schließlich in einen vorweihnachtlichen Montagabend entlassen.

Christoph Heigel