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Klasse 8F2 besuchte das Amtsgericht Hünfeld

Zum Abschluss der PoWi-Unterrichtseinheit „Strafrecht“ besuchten wir, die Klasse 8F2, das Amtsgericht Hünfeld und beobachteten dort drei Prozesse.
Im ersten Prozess hatte der Staatsanwalt einen Strafbefehl gegen einen jungen Mann erhoben, der der fahrlässigen Verkehrsführung eines PKW beschuldigt wurde. Der Angeklagte soll mehrere Regeln der Straßenverkehrsordnung missachtet und dadurch Personen in Gefahr gebracht haben (Drängeln, verkehrswidriges Überholen etc.).  Ein Zeuge, der ebenfalls vor Gericht geladen war, um den Angeklagten zu identifizieren, hatte das Nummernschild notiert und über die Online-Wache Anzeige erstattet. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen und ließ stattdessen seinen Anwalt sprechen. Am Anfang stellte der Anwalt dem Zeugen einen fingierten Angeklagten vor, diesen erkannte der Zeuge jedoch nicht. Als aber der richtige Angeklagte vorgeführt wurde, war sich der Zeuge sicher, den Fahrer wiederzuerkennen. Der Anwalt beantragte mehrere Sachverständigengutachten, um zu prüfen, ob die Zeugenaussage realistisch ist. Die Verhandlung wurde deshalb vertagt, dem Angeklagten die Fahrerlaubnis aber vorläufig entzogen.
In der zweiten Verhandlung ging es um Körperverletzung nach §223 Strafgesetzbuch. Die Geschädigte (Ehefrau des Angeklagten) trat als Nebenklägerin auf. Ihr Ehemann soll sie ins Gesicht geschlagen haben, sodass sie ins Krankenhaus kam und dort einige Tage bleiben musste. Der Ehemann habe sie nicht zum ersten Mal geschlagen. Zu der Verhandlung kamen drei Zeugen. Sie wurden vom Verteidiger ins Kreuzverhör genommen, die Zeugen konnten sich aber nicht mehr an alles erinnern, da der Vorfall bereits im September 2013 passiert war. In der Verhandlung beschimpften sich die Eheleute zum Teil stark, ansonsten ließ der Angeklagte seinen Verteidiger sprechen. Auch diese Verhandlung wurde vertagt, da der Verteidiger durch einen Sachverständigen herausfinden lassen wollte, ob der Angeklagte aufgrund psychischer Belastung nur eingeschränkt schuldfähig ist.
Der Angeklagte im dritten Strafrechtsprozess wurde wegen fahrlässiger Verkehrsführung (2,1 Promille Alkohol) angeklagt. Er gab die Tat zu und zeigte Reue. Außerdem gab er an, mittlerweile an einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) teilzunehmen, in der z. B. Gespräche mit ihm geführt werden, in denen er Einsicht in sein früheres Fehlverhalten gewinnen soll. Die Staatsanwältin und der Verteidiger waren sich im beantragten Strafmaß einig und so bekam der Angeklagte seinen Führerschein für fünf Monate entzogen und musste 30 Tagessätze zu je 50 Euro zahlen.
Anders als in den Fernsehgerichtsshows wurde die Verhandlung häufig unterbrochen, weil Verteidiger oder Staatsanwaltschaft Anträge formulierten, die sie einreichen wollten. Diese Verhandlungspausen konnten wir jedoch nutzen, um dem Richter Fragen zum Prozessverlauf zu stellen.
Nach dreistündigem Verhandlungsmarathon traten wir erschöpft, aber reich an Eindrücken, den Heimweg Richtung Schule an. (M.S.)

Adresse

Wigbertschule

Jahnstraße 9
36088 Hünfeld
 
Telefon  (06652) 2033
Telefax  (06652) 917243

 

 

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