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Ungewöhnliche Einblicke in Millionen Jahre Hünfelder Erdgeschichte

Projekttage Geologie der Klassen 8 der Wigbertschule

Kurz vor den Herbstferien konnten die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen der Wigbertschule ungewöhnliche Erfahrungen sammeln. Dort wo ahnungslose Wanderer nur die Naturschönheiten bewundern, erfuhren die Exkursionsteilnehmer viel von der Entstehung der Landschaft, der Bildung der Gesteine, von Kalisalzen im Untergrund, vom Leben vor Jahrmillionen im warmen Muschelkalkmeer, vom Vulkanismus vor 20 Millionen Jahren und  nacheiszeitlicher Talbildung.

Christian Aschenbrenner, Leiter der Abteilung Geologie des Konrad-Zuse-Museums und ehemaliger Lehrer der Wigbertschule, leitete die Projekttage, die Sabine Mielke von der Fachschaft Erdkunde organisiert hat.

Gleich vor dem Schulgebäude begann die Zeitreise. Ein einfacher Steinblock aus Buntsandstein, ca. 250 Millionen Jahre alt, eröffnete die geologische Exkursion. Ein kleiner Aufschluss in der Hindenburgallee, nur wenige hundert Meter von der Schule entfernt, über der Formation des Buntsandsteins gelegen - also erdgeschichtlich jünger - bot einen Einblick in die Ablagerungen des Muschelkalkmeeres vor ca. 240 Millionen Jahren .

Die Goethestraße erinnert nicht nur an den Dichter, der insgesamt zwölfmal durch Hünfeld reiste, sondern auch an den Naturwissenschaftler und „Geognosten", wie die Wissenschaft von der Erdgeschichte früher genannt wurde. Insbesondere über den Granit, der einige Gärten in dieser Straße ziert, hat Goethe geforscht und bekannte Berichte veröffentlicht.

Die Jahrtausend alte „Arbeit" der Haune bei der Bildung der nacheiszeitlichen Talauen durch Erosion (Verwitterung) und Ablagerungen (Schotterterrassen) wurde an der nächsten Station thematisiert. Gut erhalten kann man noch die Altterrassen parallel zur B27 im Hintergrund erkennen.

In einem Steinbruch am Kirschberg konnten die Schülerinnen und Schüler einen direkten Einblick in einen Basaltfluss zur Zeit des Tertiärvulkanismus vor ca. 20 Millionen Jahren nehmen. Da die Exkursionsteilnehmer mit Helm, Hammer, Schutzbrille und Lupe ausgerüstet waren, konnte jeder 2 bis 3 verschiedene Basaltarten bergen (vgl. Foto unten).

Am Bettelstein, dem Hauptziel der Exkursion, konnte Einblick in vier geologisch unterschiedliche Epochen genommen werden: Die Buntsandstein-Epoche endete mit dem Vordringen des Meerwassers zur beginnenden Muschelkalkzeit. Eine sog. „Gelbe Grenzkalkbank", eine Leitband der Erdgeschichte, markiert diese Zeit. Darüber lagern sich, durch den nahen Vulkanismus gestört und verschoben, die fast 100 Meter mächtigen Sedimentgesteine des unteren, also älteren Muschelkalkmeeres. Dass dieses Meere ein Salzwassermeer war, zeigen fossile (versteinerte) Stachelhäuterreste von sog. „Seelilien", die gefunden wurden. Viele schöne Muscheln und Schnecken und vor allem Wurmgänge zeugten vom artenreichen Leben am Meeresboden vor ca. 240 Millionen Jahren. Sogar „Irrläufer" aus dem oberen Muschelkalkmeer, sog. Ammoniten wurden gefunden. Sie sind von - heute längst nicht mehr vorhandenen - höher gelegenen Schichten in die darunter gelegenen, also älteren, hinabgerollt.

Die Schichten des Bettelsteins zeugen noch heute von mächtigen Eruptionen und "Gas-explosionstrichtern" in der mittleren Tertiärzeit des Vulkanismus vor ca. 20 Millionen Jahren.

Dass die Exkursions- und Klassenleitung flexibel reagieren kann, zeigte der verregnete Donnerstag. Da ein Aufsuchen des Steinbruchs zu gefährlich gewesen wäre, ist das Programm geändert worden und ein Besuch im Konrad-Zuse-Museum durchgeführt worden. Hier wurden besonders die Saurierfährten von Eiterfeld-Körnbach bewundert. Anschließend haben die Schülerinnen und Schüler Fossilien in Tonplatten gedrückt und so ihre eigenen „Versteinerungen" hergestellt. Nicht Millionen Jahre alt, dafür aber selbst hergestellt!

Nach Auswertung der Funde und einem Fundprotokoll für die oberste Denkmalschutzbehörde in Wiesbaden, die die Projekttage genehmigt hatte, ist eine Ausstellung in der Schule geplant.

Dieser erfolgreichen Projekttage, an die sich die Schüler und Fachlehrer der Wigbertschule bestimmt noch lange und gerne erinnern werden, standen unter dem Motte einer Aussage von Johannes Walter, einem erfahrenen Geologen und Pädagogen, der schon in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gesagt hat:

„Der hohe Bildungswert der Geologie beruht vornehmlich darin, dass sie unser Auge öffnet für eine ganze Welt von natürlichen Erscheinungen und Vorgängen, an denen die meisten Menschen achtlos vorübergehen."

Adresse

Wigbertschule

Jahnstraße 9
36088 Hünfeld
 
Telefon  (06652) 2033
Telefax  (06652) 917243

 

 

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