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"Denkt an mich, wenn Ihr morgens den Wasserhahn aufdreht"

"Kann man bei Ihnen ein freiwilliges soziales Jahr machen?" - "Wie kann man Ihnen helfen?" - "Wie schlimm ist die Aids-Problematik in Afrika?" -  "Wie kamen Sie dazu, diese Arbeit machen zu wollen?" Das sind nur ein paar der vielen Fragen, die die Schüler der 10. Klassen an der Wigbertschule an Pfarrer Michel hatten. Zuvor hatte er ihnen anhand vieler Fotos ein eindrucksvolles Bild von seinem Leben in Kamerun vermittelt.

Nach Abschluss seiner Doktorarbeit an der theologischen Fakultät in Fulda über das Thema "Pastoral in Afrika" war Pfarrer Michel Mvomo im Herbst nach Kamerun zurück gekehrt, um dort mitten in der Einsamkeit des afrikanischen Buschs die alte deutsche Missionsstation von Minlabe wieder aufleben zu lassen. Anlässlich der Promotionsfeier war er für ein paar Wochen nach Fulda zurück gekommen und gerne der Einladung an die Hünfelder Wigbertschule gefolgt, wo er den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10 von seiner Arbeit mit Waisen- und Straßenkindern und seiner Tätigkeit als katholischer Priester in Kamerun erzählte.

Die Schüler erhielten zunächst einen kleinen Einblick in die Geschichte. Die Aufteilung Afrikas unter die Kolonialmächte, die mit der Berliner Konferenz von 1884 angefangen und in den nachfolgenden Jahrzehnten zementiert wurde, führte zur Bildung des Staates Kamerun. Die Grenzziehung von damals ignorierte bestehende Volksstämme und Sprachgebiete, so dass auch das Volk von Dr. Michel Mvomo auf das Gebiet von vier Staaten verteilt wurde. Heute gehört Kamerun zu den ärmsten Ländern der Welt.

Die Not, insbesondere der Kinder, ist daher groß. Um den Straßenkindern eine Perspektive zu geben, hat Pfarrer Michel die Adolph-Kolping-Handwerker Schule gegründet. Hier können Kinder, denen sonst niemand eine Chance gibt, ein Handwerk - zum Beispiel Bäcker, Schreiner, Maurer, Näherin - erlernen und anschließend in Arbeitsstellen vermittelt werden. Um auch denjenigen helfen zu können, deren Eltern sich nicht mehr um sie kümmern können (die Zahl der Aidsopfer ist groß in Kamerun), hat Pfarrer Michel gemeinsam mit einem italienischen Orden ein Waisenhaus gegründet.
In Minlabe, der ehemaligen deutschen Missionsstation, stehen noch die Ruinen der Gebäude, die deutsche Palottiner dort zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet hatten. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkriegs mussten die Palottiner gehen. Pfarrer Michel bewohnt nun allein diese Station, der nächste Ort ist vier Kilometer entfernt - und doch kommen jeden Sonntag hunderte Gemeindemitglieder, um mit ihrem Priester die Messe zu feiern. "Das dauert dann fünf oder sechs Stunden. Wenn ich nur zwei Stunden Messe halte, denken die Leute der Pfarrer ist krank!", so Pfarrer Michel mit einem Schmunzeln. Seine Gemeinde umfasst mehrere Filialen, die bis zu 35 km entfernt liegen. Oft bleibt das Auto unterwegs stecken, so dass die restlichen Kilometer zu Fuß zurückgelegt werden müssen.
Ein besonderes Problem in Minlabe ist die Wasserversorgung. Trinkwasser muss mit dem Buschtaxi - einem uralten, hoffnungslos überfüllten und überladenen Auto - aus der nächst größeren Stadt herbei transportiert werden, Wasser zum Waschen und Kochen wird in Kanistern über etliche Kilometer auf den Köpfen transportiert. Pfarrer Michel hofft, in Minlabe mit Spendengeldern aus Deutschland einen Brunnen bauen zu können, um so die Wasserversorgung der Menschen auf sichere  Füße zu stellen.
Minutenlanger Applaus am Ende der zweistündigen Veranstaltung zeigte, wie sehr die Schüler von Pfarrer Michel und seinem Einsatz für die Menschen seines Heimatlandes beeindruckt waren. 

Adresse

Wigbertschule

Jahnstraße 9
36088 Hünfeld
 
Telefon  (06652) 2033
Telefax  (06652) 917243

 

 

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