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Chemische Nanotechnologie durch Sol-Gel Verfahren

"Chemische Nanotechnologie durch Sol-Gel Verfahren" - zu diesem Vortrag von Privatdozent Dr. Peer Löbmann aus Würzburg lud die Hünfelder Wigbertschule am vergangenen Montag ein. Der erste Gedanke für den Nicht-Fachmann: davon verstehe ich nichts. Doch diese Sorge konnte der ehemalige Wigbertschüler, der 1987 hier das Abitur bestand, schnell nehmen. Die Arbeit am Fraunhofer Institut für Silicatforschung in Würzburg, wo Löbmann beschäftigt ist, steht ganz im Zeichen des Transfers wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Wirtschaft, und den Praxisbezug seiner Forschung konnte er auf anschauliche Weise den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 12 vermitteln. Chemische Nanotechnologie, das bedeutet zum Beispiel die Entwicklung von transparenten Beschichtungen für Displays, die leitfähig sind. Ein Klick mit der Fernbedienung, und aus dem vermeintlichen Fenster, durch das man eben noch eine Landschaft sehen konnte, wird ein Bildschirm, auf dem Zahlen und Buchstaben erscheinen: das könnte schon bald nicht nur im Film, sondern auch im Alltag Wirklichkeit werden. An der Entwicklung solcher Projekte arbeitet Dr. Löbmann gemeinsam mit anderen Forschern aus ganz Deutschland. Die Grundlage seiner Entwicklungen sind Sol-Gel-Verfahren, mit denen beispielsweise leitfähige transparente Schichten aufgedruckt werden können.
Die Begeisterung für das Fach Chemie weckte Löbmanns ehemaliger Leistungskurslehrer Horst Schwarz, der den Chemieunterricht praxisnah gestaltete und es auf spannende Weise verstand, Erkenntniswege aufzuzeigen. "Ich schwankte bei der Wahl des Studiums zwischen Philosophie und Chemie, habe mich dann aber doch für das praxisnähere und alltagstauglichere Studium entschieden", so der Forscher, der nach dem Abitur zunächst zum Studium nach Würzburg ging, dann aber ein Auslandsjahr in New York einschob. "Ohne solide Fremdsprachenkenntnisse kommt man auch in einem naturwissenschaftlichen Studiengang nicht weit," meint Löbmann, der zudem betont, wie wichtig die umfassende Bildung an der Wigbertschule für ihn gewesen ist: "Ein Naturwissenschaftler muss nicht nur sein Fach beherrschen, sondern seine Erkenntnisse auch verständlich mitteilen, in wissenschaftlichen Publikationen oder Vorträgen vermitteln können. Die praktischen Grundlagen, die mir an der Wigbertschule vermittelt wurden, werden einem während des Studiums nicht geboten. Da nimmt einen niemand mehr an die Hand und erklärt, wie man zum Beispiel zielgruppenorientiert redet, " so Löbmann. Nach der Diplomarbeit und Doktorarbeit am Fraunhofer Institut ging Löbmann zunächst für fünf Jahre zurück an die Universität, wo er eine eigene Arbeitsgruppe am Lehrstuhl für Silicatchemie leitete und seine Habilitationsarbeit bei Professor Müller schrieb. Doch bereits während dieser Zeit merkte er, dass ihm der Anwendungsbezug viel mehr liegt als die reine Grundlagenforschung und der universitäre Betrieb, und kehrte als Wissenschaftler an das Fraunhofer Institut zurück. Zurzeit unterrichtet er noch zwei Semesterwochenstunden an der Universität und ist froh, dadurch den Kontakt zu Studenten zu haben.  Es ist ihm ein großes Anliegen, junge Menschen durch seine Vorlesung und im Rahmen von Praktika, Diplomarbeiten oder Doktorarbeiten vom Wissenstransfer in die deutsche und europäische Wirtschaft, den sein Institut leistet, begeistern zu können.  
Auf die Frage, welche Voraussetzungen man mitbringen sollte, um Chemie zu studieren, gibt Peer Löbmann eine Antwort, von der er weiß, dass sie auch für alle anderen Berufe gilt: "Man muss eine Begeisterung für das Fach verspüren. Niemand wird gut in seinem Beruf, wenn diese Begeisterung nicht da ist, und wer sich in seinem Beruf nicht wohl fühlt wird langfristig auch nicht glücklich sein - auch wenn man viel Geld verdient. Chemie ist ein anspruchsvolles Studium, ohne die notwendige Freude daran sollte man das Studium lieber nicht einschlagen. Noch ist es so, dass eine Promotion Voraussetzung ist, um eine gute Stelle als Chemiker zu bekommen - egal ob in der Wirtschaft oder an der Uni. Daran hat der Bolognaprozess nichts geändert." Auch Frauen sind mittlerweile deutlich häufiger unter den Chemikern anzutreffen. "Ich kenne einige hervorragende Chemikerinnen, manche Professorin - da hat sich in den letzten Jahren viel getan. Die Frauenquote bei den Absolventen liegt mittlerweile bei 30 bis 40 Prozent", erläutert Löbmann, der gern bereit ist, auch den jetzigen Wigbertschülern sein Institut vorzustellen oder als Ansprechpartner für Absolventen der Wigbertschule, die in Würzburg ein Chemiestudium aufnehmen, zur Verfügung zu stehen. Und was möchte ein ehemaliger Schüler der jetzigen Schülergeneration mitgeben? "Arbeite nicht nur um zu leben, lebe nicht nur um zu arbeiten. Der richtige Beruf ist ungemein wichtig, aber er darf nicht zum alleinigen Lebensmittelpunkt werden."

Adresse

Wigbertschule

Jahnstraße 9
36088 Hünfeld
 
Telefon  (06652) 2033
Telefax  (06652) 917243

 

 

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